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Donnerstag, 15. Oktober 2015

Melancholie im Oktober



Feuchte Luft und ockerfarbiges Laub umgibt mich, als ich prustend und schnaufend, wie eine alte Dampflok, mit meinem Schatz spontan am frühen Vormittag die Hügel erklomm.
Erst nach ein paar steilen Biegungen an das flotte Tempo gewöhnt, nehme ich die morgendliche Schönheit des in Morgennebel eingehüllten Waldes wahr.
Alles um uns trägt den Duft des Abschiedes.
Vergangene Sommertage sind verweht und stattdessen streicht ein kühler Windhauch
über unsere erhitzten Gesichter.
Wir stehen da mit verhaltenem Atem und betrachten die Blätteridylle um uns herum.
Alle Mordgedanken, bezüglich des leichten Weges zu einer tollen Aussicht,(so sprach mein Göttergatte), sind verflogen und eine Zufriedenheit und Leichtigkeit machen sich bei mir breit. 
Die Anstrengung ist vergessen.
Auf dem Weg nach unten lösten sich immer mehr die silbrigen Finger von den Bäumen
 
und rutschend und stolpernd gelang uns der Abstieg.


Motiviert, spazierten wir nach dem Mittagessen, nun mit Kind und Kegel ausgestattet,
 erneut zu idyllischen Wald und Wasserplätzen.
Wir überquerten die Teufelsbrücke, um dann in die Tiefen des Märchenwaldes zu verschwinden.



 Hier waren die Werke guter Feen  kaum übersehen

.

Überall sprossen Pilze, Moose und Flechten auf verwitterten Untergründen.


Den Blick nach unten gerichtet, nach Schätzen Ausschau haltend,
 wagten wir uns immer tiefer in das geheimnisvolle Dickicht.
Stolperfallen aus Wurzeln stellten sich uns in den Weg und plötzlich tauchten riesige Klauen auf,
die uns den Durchgang verwehrten wollten.


Mutig trotzen wir der Gefahr und eilten schnell durch das raschelnde Laub, um dann später zu einem lieblichen Bächlein zu gelangen, das sich munter durch die Landschaft schlängelt.

 Mit  Körben voller Reisig, moosbewachsenen Steinen, Kastanien und den Kopf voll mit erlebten, spannenden Abenteuern, beendeten wir unsere ausgedehnten Waldspaziergänge.
Gemeinsam mit den Kindern märchenhafte Geschichten erleben, wo könnte das besser funktionieren, als im Wald und am Wasser. Hinter jedem Stamm verbirgt sich ein Räuber oder ein Zauberwesen.
 Ein Spiel das vom unheimlichen, mysteriösen bis zum befreienden Ende
immer mit Hingabe gespielt wird.
 Wieder daheim schütteten wir unsere Schätze auf den Tisch und holten die Lianen, die noch vom Bärlauch pflücken stammten, ins Haus und machten uns auf, einen Kranz zu formen.
Dazu verwendete ich einen Hammer,
 ein bis zwei kleine Nägel für die Liane und einen Heißkleber.
Für die Ästchen eine Gartenschere und los ging es.

Die Liane auf die gewünschte Größe kürzen, am verdickten Ende zusammennageln und mit der Klebepistole vorsichtig kleine Holzstückchen aufkleben.
Einige Minuten später brannten nicht nur meine Oberschenkel,
 auch meine Finger litten jetzt unter Blasen.
Soviel zu meinem vorsichtigen Umgang mit heißem Plastik.
 Oder wie die meinen sagen:" Du bist patschert Mami".
Später kreuz und quer die Hölzchen anordnen
 und die unvermeidlichen Klebestellen einfach mit Moos verdecken .
Unser Ergebnis !
Diesmal trägt er ein herbstliches Kleid, später vielleicht ein weihnachtliches.

Ein Kranz für viele Möglichkeiten.
Einen malerischen Herbst und urgemütliche Stunden mit euren Lieben,
 wünscht euch, meine Besten,
eure
Manuela

Ps: Dieses Lichtlein widme ich Katja (versponnenes.blogspot.de)

Kommentare:

  1. Manuela, ein wenig kenne ich das Salzburger Land, und ich wünschte, ich wäre dort. Es ist so bezaubernd da. So... naja... noch intakt. Und so bin ich wie ein Kind mitgestiefelt, war allerdings um die Wärme hier froh - habe Husten - und ich habe mitgeträumt mit Deinen wundervollen Worten der Silberfinger.
    Vielen Dank dafür, Du machst Deine Posts so, dass man wirklich dabei ist - und zwar in einer ganz besonderen Welt.
    Alles alles Liebe und nochmals Danke, Deine Méa, die gleich noch einmal über diese Brücke in den Märchenwald geht...

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  2. Guckst Du, hab ich dabei nicht mal den Kranz mitgekriegt - war der auch da vorhin?? Hat mich der Ausflug so sehr eingenommen.
    Aber ohhh, ist Dein Kranz traumhaft geworden! - und "patschert" ist ein schööönes Wort - gute Besserung für die Finger, Du Arme, doch das geht und dieser traumhafte Kranz (was für eine Mühe!) besteht. Also von wegen patschert :))
    Nochmals die Méa

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  3. was für ein Post - das Bild von den Wurzelkrallen ist genial - so lebendig.
    Und was für eine Mühe Du dir mit dem Kranz gemacht hast - ja, ein Kranz für jede Jahreszeit.
    Gute Besserung für die Finger, Jacqui

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  4. Liebe Manuela,
    wunderschön ist das Salzburger Land - vielen Dank fürs Mitnehmen auf den Bildern - so war es auch nicht anstrengend :D In den schönen Kranz habe ich mich jetzt auch verliebt - eigentlich habe ich die Klebepistole gerade aufgeräumt...habe auch einen Kranz aus Ästen zusammengeklebt, allerdings etwas anders. Deiner gefällt mit aber so gut - vielleicht packe ich die Klebepistole doch nochmal aus...Ästchen hätte ich noch.

    Liebe Grüße
    Petra

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  5. liebe manu!
    tatsächlich wie im märchen, mystisch und wunderschön. tolle bilder, die du da gemacht hast, nur kärnten ist schöner (heeeheeee). dein selbstgemachter kranz ist wunderschön!!!
    bussi kuni

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  6. Was für eine süße Idee . Gefällt mir extrem gut . Ich glaub das würde hier auch gut hinpassen . Na mal sehen ob es mal aufhört zu regnen , Dann geh ich mal schauen ob ich fündig werde :))
    LG Heidi

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  7. Liebe Manu,
    schön das du uns mitgenommen hast auf diesen wundervollen Spaziergang......
    Es ist total schön bei euch, ich bin begeistert von deinen Bildern.
    Auch von deinem Kranz, Wunderschön....
    Ganz liebe Grüße
    Jen

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  8. Liebste Manuela, das war ein ganz märchenhafter Waldspaziergang, Eindrücke wie aus einem geheimen Buch ... sooo schön! Dein Kränzchen liebe ich, eine sehr inspirierdr Idee!!! Dicken Knutscher, von deinem Meisje

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  9. liebe Manuela,
    oh, da bin ich gerne mitspaziert, war ja für mich nicht so anstrengend aber wunderschön!
    Herrliche Bilder!
    Der Kranz ist wunderschön geworden!
    liebe Grüße
    Gerti

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  10. Ein wunderbarer Spaziergang - bei euch ist es aber auch herrlich!!!
    Waren vorletztes WE zum Wandern in St. Johann/Pongau, bin jetzt noch ganz verzückt von den steilen Bergwiesen und den grandiosen Ausblicken . . . 3 Tage hab ich den Abstieg in den Oberschenkeln gespürt ;-)
    Der Kranz ist dir auch perfekt gelungen, ein richtiger Allrounder, den man für jede Jahreszeit einsetzen kann!
    Ganz liebe Grüße,
    Doris

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    1. OH ja Doris!
      Bei uns gibt es wirklich wunderbare Plätzchen zu bestaunen.
      So einen Kranz für jede Gelegenheit wollte ich immer schon mal machen. Bin froh, dass er mir gelungen ist.
      Noch einen schönen Sonntag und liebe Grüße
      Manuela

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  11. Liebe Manuela,
    was für eine traumhafte Welt - die Mutter Natur ist wahre Künstlerin!
    Vielen Dank für diese wunderschöne Bilder!
    Die Idee mit dem Kranz ist genial! Das werde ich auch versuchen.
    Hab ein zauberhaftes Wochenende, liebe Grüße
    Frida

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    1. Liebe Frida,
      immer wieder ein Erlebnis und entspannend sind die Ausflüge ins Grüne.
      Da kommen die Ideen von allein.
      Wünsche dir ein herrliches Wochenende und hab es fein,
      Manuela

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  12. Manuela, dein Post ist so wunderbar und ich kann die Luft, die Blätter und Pilze
    Fast riechen... Keine andere Jahreszeit ist mir so nah, wie Herbst.
    Und deine Worte voller Poesie sind die Krönung!
    Was die Heissklebepistole einrichten kann, weiß ich auch... auha.
    Wünsche dir zauberhafte Woche und alles Liebe, deine Grażyna

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  13. Liebe Manuela, wir haben gestern einen ähnlichen Spaziergang durch den Wald gemacht. Mein Mann war auf Pilzjagd. Da ging es auch munter über Stock und Stein. Dafür wurden wir auf einer Lichtung von einem grandiosen Lichtschauspiel belohnt. So schön sah es aus wie die Sonnenstrahlen sich ihren Weg durch das Blätterdach suchten und man an jeder Ecke Elfen oder Trolle vermutet.. Leider hatte ich keine Kamera dabei... Der Moment sollte wohl nur uns gehören♥ Der Kranz ist euch sehr gut gelungen und du hast ihn wunderschön dekoriert. Hab einen schönen Nachmittag, gglg Puschi♥

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